Die Rasur mit dem Messer

Befeuchten Sie den Bartbereich mit möglichst warmem Wasser. Für eine gründliche Rasur ist es vorteilhaft, wenn die Gesichtshaut warm ist, weil sich ein entspanntes Barthaar tiefer abschneiden lässt - so wird die Rasur gründlicher. Tragen Sie den Rasierschaum mit einem Pinsel oder eine Rasiercreme auf. Verwenden Sie eine stark rückfettende Rasiercreme oder -seife, da sie die Klinge leichter über die Haut gleiten lässt.

 

  • Um den Umgang mit dem Messer zu erlernen, beginnen Sie mit glatten Gesichtsflächen. Fassen Sie das Messer am Erl mit Zeige- und Mittelfinger oben und Daumen unten, der Ringfinger liegt hinter den Schalen auf der Angel. Dies ist die Grundstellung zur Rasur mit dem Strich.

  • Freunden Sie sich mit dem Messer an und benutzen Sie es ohne Hast. Rasieren Sie zu Beginn nur die Wangen mit dem Messer und den Rest wie gewohnt. An den folgenden Tagen rasieren Sie jeweils größere Gesichtsflächen. Wenn Sie sich im Umgang mit dem Gerät sicher fühlen, wagen Sie sich an den Hals. Als letztes sollten Sie sich um den Übergang zwischen Wange und Hals und die Regionen um den Mund und das Kinn kümmern.

  • Die mit Rasierschaum vorbereitete Gesichtshaut muss gestrafft werden. Verletzungen an Narben oder Hautunreinheiten werden verhindert, indem die Rasierseife an diesen Stellen entfernt wird.

  • Spannen sie die Rasierzone mit den Fingern der freien Hand und bewegen Sie das Messer im Winkel von 30° zunächst mit dem Bartwuchs, beim nächsten Rasiergang vorsichtig gegen den Strich. Das Messer bewegt sich im Gesicht NUR in Richtung der Schneide. Seitliche Bewegungen parallel zur Schneide führen unweigerlich zu Verletzungen.

  • Ziehen Sie das Rasiermesser stets gleichmäßig durch. Es sollte dabei nicht ziepen. An den Wangenknochen, Kinngrübchen und an der Oberlippe halten Sie es ein wenig steiler.

  • Der Hals lässt sich am besten rasieren, wenn man den Kopf leicht nach hinten neigt und die Lippen zusammen presst. Problemstellen wie das Kinn, Kieferknochen oder Adamsapfel kann man umgehen, indem man die noch zu rasierende Haut entsprechend zieht und somit nicht über die Kante rasieren muss. Die Ober- und Unterlippe sollten zum Rasieren leicht aufgeblasen werden.

  • Waschen Sie das Messer zwischen den Zügen mit warmem Wasser ab. Die Schneide rasiert nicht, wenn sie mit Haaren zugesetzt ist.


Schutz vor Verletzungen

  • Benutzen Sie nur einwandfreie Messer. Bewegen Sie die Klinge niemals seitlich parallel zur Schneide, weil Sie sich sonst mit tiefen und gefährlichen Schnitten verletzen. Zu flach geführt, reißt das Messer die Stoppeln, zu steil geführt schneidet es die Haut.

  • Ein heruntergefallenes oder durch falsche Handhabung (s. Pflege des Rasiermessers!) an der Klinge beschädigtes Messer sollte erst vom Fachmann nachgeschliffen werden, bevor Sie es wieder verwenden. Ein einfaches Abziehen auf einem Lederriemen genügt hier nicht.

  • Um Schnittverletzungen zu vermeiden und die Schneidekante des Messers nicht zu ruinieren, berühren Sie während des Reinigens die Klinge niemals mit den Fingern.


Pflege des Rasiermessers

Vor der Rasur

  • Fabrikneue Messer sind sofort einsatzbereit und müssen vor ihrer ersten Verwendung nicht abgezogen werden.

  • Das Messer sollte vor jeder weiteren Rasur auf dem Leder abgezogen werden. Lassen Sie das Messer zuvor 24 Stunden ruhen. Innerhalb dieser Zeit stellt sich ein Großteil des Grates wieder von selbst auf, das Messer wird geschont und behält seine Schärfe länger. Neu gekaufte Messer sind sofort einsatzbereit!


Abziehen der Klinge

  • Wir empfehlen Abziehriemen aus feinstem Juchtenleder, welches pflanzlich gegerbt wird, was heute sehr selten und daher etwas teurer ist. Der Abziehriemen muss gut gespannt sein, da ein durchhängender Riemen zu einer Verrundung der Klinge führt. Der Riemen ist in seiner Funktion direkt vergleichbar mit dem Abziehstahl, der in der Profiküche ständig vor der Benutzung der Messer verwendet wird, um die feine Schneidkante wieder aufzurichten. Die Lederseite kann mit Lederfett hauchdünn eingerieben und mit dem Handballen eingewalkt werden. Dies schützt vor Austrocknen, hält geschmeidig und verlängert ebenfalls ihre Lebensdauer.

  • Hängen Sie den Riemen auf Bauchhöhe mit dem kleinen Haltering an einem festen Haken ein. Ziehen Sie den Riemen während des Abziehens ganz leicht zum Haken abfallend (also zur Haltehand ansteigend) waagerecht zum Körper hin stramm mit der Lederseite nach oben. Die Messerklinge liegt stets ganz flach auf dem Riemen, daß Erl und Griff eine Linie bilden und exakt (90 Grad) zur Seite weisen. Das Messer soll beim Wechseln über den Rücken gedreht und dann wieder zum Körper hin abgezogen werden, also immer entgegen der Schneide!

  • Riemen immer stramm ziehen, nie durchdrücken oder durchhängen lassen!

  • Messer immer flach auflegen, nie anstellen oder abheben!

  • Messer immer in die Richtung bewegen, in die der Messerrücken zeigt, nie in Richtung Schneide!

  • Messer zum Wenden immer über den Messerrücken rollen, nie über die Schneide!

Ein Richtungswechsel über die Schneide lässt diese rund werden und den Schnitt verlieren. Ein Nachschliff vom Fachmann ist dann nötig.


Das Schärfen des Messers

Im Gegensatz zum täglichen Abziehen des Messers wird das Schärfen nur im Bedarfsfall durchgeführt. Hierzu benötigen Sie einen Schleif-oder Schärfstein. Wir empfehlen einen Abziehstein.

Befeuchten Sie den Abziehstein und ziehen Sie das Messer, diesmal mit der Schneide in Zugrichtung, quer über den Stein. Auch hier liegt das Messer komplett auf den Stein auf. Nach einigen Wiederholungen ist das Messer wieder scharf und muss noch mit dem Leder abgezogen werden um gebrauchsfähig zu sein.

Alternativ können Sie einen Lederriemen unter Zugabe einer Schleifpaste benützen. Dies ist geeignet für kleine Ausbesserungen und nicht mit der Wirkung des Schleifsteins vergleichbar. Bitte beachten Sie das ein einmal mit Schleifpaste verwendeter Lederriemen nicht mehr zum finalen täglichen abziehen geeignet ist.


Nach der Rasur

  • Nach der Rasur reinigen Sie das Messer gründlich mit klarem Wasser und tupfen es vorsichtig ab. (Reiben Sie die Klinge nie mit einem Tuch trocken, Sie zerstören sonst den feinen Grat.) Fetten Sie die Klinge vorsichtig mit etwas Öl ein, wenn Sie das Messer länger nicht benutzen. Lagern Sie es trocken und gut belüftet.